Daniel Powter – Under The Radar
Von Sasch • 25. September 2008 • Kategorie: Reviews
Wunderschön lyrisch und ehrlich…so war sein Einstand in die Liste der Musiker die es wohl geschafft haben:
“Where is the moment when you need it the most
You kick up the leaves and the magic is lost”
Es war vielleicht ein “Bad Day” als er diesen Song schrieb… aber viele schlechte Tage sollten danach nicht mehr folgen. Es wurde ein Welthit 2005/06 und landete sogar an der Spitze der amerikanischen Charts. Daniel Powter wurde zum vielversprechenden Musiker, der nun sein neues, drittes Album vorlegt.
Der inzwischen 37jährige Kanadier hat schon als Kind begonnen sich mit Musik auseinander zu setzen. Auf die Violine folgte das Klavier und früh gründete er seine eigene Band… vor fast 20 Jahren. Doch erst im Jahre 2000 brachte er sein erstes Album heraus. Nur in Kanada veröffentlicht hatte er jedoch nur mäßigen Erfolg damit. Erst 2004, mit dem zweiten Album „Daniel Powter“ stellte sich der weltweite Erfolg ein. Frankreich, Schweiz, Großbritannien, schließlich USA und die restliche Welt.
Nun versucht er mit seinem neuen Album „Under The Radar“ an diese Erfolge anzuknüpfen.
Dann nehmen wir uns die neue Scheibe einmal vor und schauen etwas genauer:
„Best Of Me“ ist der Opener des Albums und verführt uns sofort ins Reich der Träume. Das bereits bekannte Klavierspiel und der weiche Gesang lassen den Hörer sofort merken um wen es sich handelt. Über eine schöne Pop-Nummer kommt der Song jedoch nicht heraus. Das Beste von ihm kann das nicht sein… gespannt erwartet man den zweiten Song
„Not Coming Back“ hat schon ein anderes Tempo. Gitarrenklänge, wenn auch verhalten, dafür kraftvoller Gesang und eine Steigerung zum ersten Titel. Unbemerkt wippt man mit dem Fuß mit und denkt: „Ja, nett, aber noch steigerungsfähig!“.
„Whole World Around“ hingegen verlangsamt das Tempo wieder. Eine schöne Melodie, doch nicht wirklich neu. Man fühlt sich an andere Songs erinnert… aber man kommt nicht drauf, an welche.
„Next Plane Home“ ist die erste Single-Auskopplung dieses Albums. Das verdeckt jedoch nicht die Schwäche des Songs. Ein nicht gelungener Supertramp-Abklatsch mit wenig Hit-Charakter. Es plätschert vor sich hin. Ein Hit wird es vielleicht nur weil es die neue Single von Powter ist. Vergleiche zu James Blunt braucht man erst gar nicht zu ziehen, denn dieser wirft mehr in die Waagschale. Vielleicht muss man den Song einfach 50 mal hören um gefallen daran zu finden.
„Am I Still The One“ ist schon abwechslungsreicher. Linda Perry unterstützt den Gesang. Eine schöne Ballade mit teilweise neuen Klängen. Als erster Höhepunkt ist dieser Song zu bezeichnen… in der Hoffnung, dass noch welche folgen auf diesem Album.
Bei „Negative Fashion“ beginnt man das erste mal zu gähnen. Ok, es ist sicher qualitativ wertvoller als so manch anderer Kram, der sich zur Zeit in den Charts tummelt, aber vom Hocker reißt es mich nicht. Dennoch: schöner Gesang, gut produziert, angenehm mit den Orchester-Parts und dem Klavier.
„Don’t Give Up On Me“ ist dann der Zeitpunkt an dem man am liebsten die CD wechseln würde. Powter meets Blunt, anders kann man diesen Titel nicht beschreiben. Eine erstaunliche Ähnlichkeit der beiden Künstler und man fragt sich: Wer kupfert hier bei wem ab?
„Fly Away“ klingt da schon anders. Die akustische Gitarre gibt dem Ganzen schon einen ganz anderen Klang. Hoher und schnellerer Gesang lockern das bisher eher langsame Album etwas auf. Der große Wurf ist dieser Song jedoch auch nicht.
„Beauty Queen“ ist eine schöne, wirklich gelungene Ballade. Toller Text, stimmlich gut umgesetzt. Man merkt jedoch, dass man sich inzwischen an das langsame Tempo des Albums gewöhnt hat.
„My So Called Life“ mag zwar etwas „schneller“ sein, aber man hat innerlich schon einen Haken hinter dieses Album gemacht. Noch ein Song, und wir haben es geschafft….
„Love You Lately“ ist dann schließlich aus einem Guss wie sein großer Hit “Bad Day”. Nicht ganz so überzeugend, aber durchaus vorzeigbar. Das wäre doch eine nette Single gewesen… vielleicht kommt das ja noch…
Als Fazit sei gesagt, dass man dieses Album nicht zwingend haben muss. Man verpasst nicht wirklich etwas.
Schade, ich hatte mehr erwartet.
Um sich ein „Bild“ zu machen hier das Video zur Single „Next Plane Home“
Link: www.youtube.com
Bild von Sry85 von Wikipedia unter folgender Lizenz
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