Mr. Jones Times



Neues von Queen – The Cosmos Rocks

Von Sasch • 17. September 2008 • Kategorie: Reviews

Queen & Paul Rogers

Inzwischen ist es 38 Jahre her, dass drei Musiker eine Band gründeten und sie „Queen“ nannte. Ab 1971 starteten sie zu viert eine der beeindruckendsten Karrieren der Rockgeschichte. Mit „Keep Yourself Alive” begann schließlich 1973 der Aufstieg von Queen und sie wurden im internationalen Musikgeschäft im Laufe der Jahre immer einflussreicher. Besonders der markante Gesang des Frontmanns Freddie Mercury und das unverwechselbare Gitarrenspiel von Brian May trugen zum kometenhaften Aufstieg bei. Bis zum Tod von Freddie 1991 lieferten sie einen Evergreen nach dem anderen ab. Songs wie „We Will Rock You“, „We Are The Champions”, “Bohemian Rhapsody” oder “Radio Ga Ga” machten sie unsterblich.
Nun gibt es ein neues Album von “Queen & Paul Rodgers”. Da niemand Freddie Mercury ersetzen kann einigte man sich auf diesen Namen. Wer aber ist Paul Rodgers? Er ist alles andere als ein Newcomer. Ähnlich in die Jahre gekommen wie die Bandmitglieder von Queen, hatte er bereits Hits, als es Queen überhaupt noch nicht gab. Als Sänger der Rockgruppe „Free“ hatte er seinen größten Hit 1969 mit „All Right Now“.
Obwohl Rodgers nicht mehr ganz taufrisch ist, schafft er es noch immer einen ausdrucksstarken Gesang abzuliefern. Grund genug für Queen es mit ihm zu versuchen. Bereits in den vergangenen Jahren traten sie gemeinsam auf… und nun ein Album. Hören wir doch einmal hinein:
„We Believe“ ist ein Song der erst nach knapp zwei Minuten beginnt nach Queen zu klingen. Das auch nur, weil der typisch gesangliche Background von Brian May dann einsetzt. Eine schöne Nummer mit wenigen Überraschungen. Klingt etwas nach Marillion in den 80ern, aber das ist ja auch nicht das Schlechteste.
„Call Me“ ist eher missglückt. So etwas erwartet man von Queen nicht mehr. Ein leichter Abklatsch von „Crazy Little Thing Called Love“ aus dem Jahre 1980. Braucht man nicht wirklich.
Bei „C-lebrity“ laufen die gestandenen Herren jedoch zur Hochform auf. Rockiger Einstieg, kerniger Gesang von Rodgers und interessanter Rhythmus. Das ist Queen. Das erwartet man. Hier vermisst man auch Freddies Stimme nicht. Paul Rodgers macht es zu seinem Song, der sich mit Mercury nicht messen muss. Single-Auskopplung war ein Muss!
„Cosmos Rockin” beginnt innovativ und geheimnisvoll. Einsetzende Gitarren und toller Gesang machen sofort Spaß. Hier rockt der Kosmos wirklich. Auf den Hall im Stile alter Rock ‘n’ Roll Klassiker hätte man jedoch verzichten können.
„Say It’s Not True” plätschert leider etwas vor sich hin. Der Versuch einer Ballade die nicht wirklich gelungen ist. Hier wirkt der Gesang an einigen Stellen etwas angestrengt. Die Wunder des technischen Halls sind auch hier ausgemerzt und geben dem Song in der ersten Hälfte eine gewisse peinliche Note. Erst beim Einsetzen des rockigen Teils lässt sich der Song aushalten. Hier fehlt Freddies Stimme ganz eindeutig.
„Small“ ist ein nettes Liedchen das in der Machart und im Gesang etwas an Paul McCartney erinnert. Ein großer Wurf hingegen ist es nicht. Eher poppig als rockig, ein bisschen lalala… warum nicht?
„Some Things That Glitter“ …aber dieser Song gehört nicht dazu. Eine typische Brian May Komposition. Da hört man schon ohne nachschauen zu müssen, wer den Titel geschrieben hat. Es hätte eine schöne Ballade werden können. Das Schlagzeugspiel von Roger Taylor verhindert das jedoch.
Bei „Still Burnin” sagt bereits der Titel, dass das Feuer der Jungs noch nicht erloschen ist. Elemente von Blues-Rock und rauer Gesang Rodgers machen den Song zu einer wirklich guten Nummer. Nicht kommerziell genug für eine Single-Veröffentlichung, vermute ich einmal, aber toll. Auch die kurzen Elemente von „We Will Rock You“ sind sehr gut eingefügt und machen den Song zu einer Perle des Albums.
„Surfs Up…School’s Out!” ist ein Knaller. Modern, rockig, beeindruckend. Der Höhepunkt des Albums. Neue Ideen mit alten Elementen gemischt. Dieser Song geht ins Ohr und man muss ihn immer wieder hören. Hut ab, Jungs.
„Through The Night“ ist ein Gänsehaut-Titel. Der Gesang berauschend schön, balladig und zu Herzen gehend. Mit diesem Song ist die Nacht gerettet. Er macht Lust auf mehr und bei geschlossenen Augen wirkt er doppelt stark.
„Time To Shine“ zeugt auch von Qualität. Gar nicht Queen, gar nicht Paul Rodgers, aber gelungen von der ersten bis zur letzten Note. Da wundert man sich mal wieder wie ein 59jähriger noch mit seiner Stimme umgehen kann. Fragt man seinen eigenen Daddy zu Hause ob er doch bitte auch einmal so singen könnt, erntet man nur entrüstetes Kopfschütteln.
Bei „Voodoo“ jedoch fängt man an zu gähnen. Langweiliger, weil schon zu oft gehörter Blues-Rhythmus und öde Umsetzung des Themas. Etwas für Blues-Fanatiker… für andere eher lau bis nervig.
Schließlich „Warboys“. Eine gut gemeinte Rock-Nummer, die aus dem unteren Mittelmaß nicht hinauskommt. Klingt etwas überladen mit den Gitarren… nur das Schlagzeug-Solo lässt ein klein wenig aufhorchen.

Gesamtfazit: Trotz ein paar Schwächen durchaus hörenswert bis sehr gut. Der Begriff “Geschmackssache” ist natürlich immer dabei. Ich zumindest bin froh das Album zu haben und werde es sicher öfter hören. Empfehlenswert, Hörenswert. Queen ist zurück. Juhuuuuu!

Als Video hier ein Live-Mitschnitt der Single „C-lebrity“ von diesem Album
Medium: de.youtube.com
Link: de.youtube.com

Bild von Madame Eliza von Wikipedia unter folgender Lizenz

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