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Cyndi still wants to have fun – Cyndi Lauper / Bring Ya To A Brink

Von Sasch • 15. Juli 2008 • Kategorie: Reviews

Cyndi Lauper

Ihr letzter Nummer 1 Hit ist 22 Jahre her aber noch immer kennt sie jeder, der ein wenig in der Musik der 80er Jahre herumgestöbert hat. 1994 schaffte es die Neuauflage ihres größten Hits „Girls Just Want To Have Fun“ immerhin nocheinmal auf Platz vier der Britischen Charts….aber das ist bereits auch schon 14 Jahre her. Richtig still wurde es nie um sie. Albumveröffentlichungen gab es immer wieder in den letzten Jahren, auch ihre Klassiker der 80er Jahre laufen noch immer auf den Radiosendern, doch den großen Hit schaffte sie nicht mehr. Ob sich das mit dem neuen Album ändert bleibt abzuwarten, aber es ist grandios, das allein zählt.
Die inzwischen 55jährige Cyndi Lauper zeigt es ihrer jungen Konkurrenz ganz gehörig. Einst sang sie Frauenhymnen, eckte an mit Texten über weibliche Selbsbefriedigung (She Bop), war melancholisch („True Colors“, „Time After Time“) und ebnete einem neuen Frauentyp in der Pop-Musik den Weg. Heute scheint sie reifer zu sein, eine gestandene Frau, die sich über bestehenden Kommerz hinwegzusetzen scheint und in sich und ihrer Musik ruht. Sie ist noch immer „unusual“, doch sie ist es als Frau in den besten Jahren. Das freche Gör war einmal.
„Bring Ya To A Brink“ heißt ihr neues Album und es lässt aufhorchen. Stimmlich ist sie etwas rauer geworden, erinnert ein wenig an Marianne Faithfull oder die ältere Dusty Springfield, doch musikalisch ist sie frischer denn je.
Schauen wir mal etwas genauer hin:
„High And Mighty“ ist der Opener des Albums und sofort merkt man, dass hier mit modernen Mitteln gearbeitet wurde. Das etwas Altbackene der 80er ist kaum noch zu spüren. Heißer Beat, hauchender Gesang…man ist überrascht.
Der Knaller des Albums kommt gleich als zweiter Track daher. Das als Single erschienene „Into The Night Life“ klingt wie Madonna, doch es geht mehr ins Ohr als die neuen Songs von Madonna. Tolle Melodie, grandioser Gesang, qualitativ hochwertiger Sound mit Überraschungen. Mit mehr Promotion hätte dieser Song den Stempel „Hit“ verdient. Doch Cyndi Lauper genießt nicht die mediale Aufmerksamkeit einer Madonna, so wird auch dieser Song voraussichtlich weitgehend unbeachtet bleiben. Zu wünschen wäre es Cyndi nicht.
„Rocking Chair“ hingegen klingt mit den verschiedenen Sounds etwas überladen und nervt ab der zweiten Strophe…aber es macht neugierig auf die weiteren Tracks des Albums.
„Echo“ ist dann wieder der perfekte Dancefloor-Knaller. Etwas experimentell mit den Echos, aber er geht ins Ohr und es macht Spaß beim Hören, denn der Refrain ist eingängig…hier jedoch merkt man der Stimme an, dass Cyndi keine 25 mehr ist.
„Lyfe“ ist gut gemeint, doch ist musikalisch nichtssagend. Cyndi versucht zu rappen. Wers mag…
„Same Ol’ Story” ist gesanglich mit das anspruchsvollste Stück des Albums. Ihre Stimme trägt den Song und beeindruckt.
„Raging Storm“ kommt etwas langweilig und gewöhnlich daher. Textlich gelungen, die musikalische Umsetzung nicht schlecht, aber eher Füllstoff für das Album.
„Lay Me Down“ eröffnet die Reihe von drei aufeinanderfolgenden Knallern. Beim ersten fühlt man sich etwas an Lisa Stansfield erinnert. Flott, geht ins Blut und gehört zu den nächsten Single-Anwärtern.
„Give It Up“ zeigt uns, dass es Cyndi drauf hat und sie möglichst nicht “aufgeben” sollte. Gesanglich hervorragend, Beat und Arrangement überzeugen. Könnte in den Clubs ein Renner werden.
„Set Your Heart“ beginnt wie ein Song von Kylie Minogue, doch beim Einsetzen der guten, alten Cyndi-Stimme ist man gefangen. Für mich nach „Into The Night Life“ der beste Track des Albums. Man bekommt Lust nach mehr.
„Grab A Hold“ schließt allerdings nicht ganz an. Gut, ohne Frage, aber Refrain und Strophen wirken etwas vorhersehbar und eintönig.
„Rain On Me“ ist eine ruhige Nummer, die an „True Colors“ erinnert, auch wenn es mehr Tempo hat. Ein schöner Song. Zurüchklehnen, genießen, es tut gut.

Die Bonus-Tracks liegen mir vor, doch ich kann noch nicht sagen welche davon auf der deutschen Ausgabe des Albums enthalten sein werden, da es in Europa erst Anfang August herauskommen wird. Vielleicht ändert sich auch noch die Reihenfolge der Songs.

Der Gesamteindruck des Albums ist sehr positiv. Man merkt den Aufnahmen an, dass erfolgreiche Künstler wie Basement Jaxx mitgewirkt haben, die House und Electro haben einfließen lassen.
Ich kann das Album empfehlen. Für mich ist es ein wunderbares Comeback einer großen Künstlerin.

In meine DJ-Playlist übernehme ich natürlich die Single „Into The Night Life“ sowie die Songs „Echo“, „Same Ol’ Story“, „Lay Me Down“, Give It Up“ und “Set Your Heart”

Eine Live-Version der neuen Single “Into The Night Life” ist hier zu sehen

Medium: de.youtube.com
Link: de.youtube.com

Bild von Franco Folini von Flickr unter folgender Lizenz

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