Virtuelle Karriere: ein DJ in second life macht seinen Weg
Von Sasch • 23. Juni 2008 • Kategorie: musikolös
Vor ca. 20 Jahren habe ich begonnen als DJ zu arbeiten. Wie überall fing ich klein an und steigerte mich langsam. Angefangen auf Jugendparties und Geburtstagen habe ich es bis zum Event-DJ gebracht, habe 10 Jahre in einer Rock-Disco aufgelegt, habe verschiedene Veranstaltungen und Musikgenres in mein Repertoire aufgenommen und bin nun bei einem Webradio gelandet. Ein normaler Werdegang.
Doch die neuen technischen Möglichkeiten haben mir eine neue, kleine Karriere beschert.
Das virtuelle, zweite Leben, „second life“ genannt, ermöglicht plötzlich Dinge, die im normalen Leben kaum zu erreichen wären.
Beginnen wir mal mit der Erklärung was „second life“ überhaupt ist. Man könnte es in die Kategorie „Online-Spiel“ einordnen, doch würden die meisten User von „second life“ (SL) es nicht als Online-Spiel bezeichnen. SL hat kein Ziel, wie es jedes Spiel haben sollte. Es geht nicht um das erreichen einer Punktezahl für irgendetwas, auch nicht um Geld zu machen oder ähnliches. SL ist eigentlich nur genau das, was es heißt: das zweite Leben. Zu Beginn gestaltet man sich eine Figur, (ein Mann, eine Frau) und steigt ein in die virtuelle Welt, in der es fast alles gibt was auch das reale Leben (RL) zu bieten hat: Häuser, Städte, Autos, Galerien, Kinos, Geschäfte, Vergnügungsparks und vor allem: viele Clubs. Man kann mit den Leuten, die einem in SL begegnen nicht nur chatten, durch Headset ist es sogar möglich ganz normal mit ihnen zu sprechen…und das weltweit. Größte User-Gruppe in SL sind U.S. Amerikaner, dann kommen bereits die deutschen, schließlich die anderen Europäer, Kanadier, Australier und nun drängen auch die Asiaten in die neue Welt. Es entstehen Freundschaften, soziale Bindungen in einem Ausmaß, das ein normaler Chatraum nicht bieten kann. Warum erzähle ich das alles? Es soll um Musik gehen, um die Clubs in SL in denen ich als DJ auflege.
In diesen Clubs kann man tanzen und über einen Stream dem DJ zuhören…weltweit. Dort tummle ich mich. Als Sasch Petrov habe ich vor ca. einem Jahr meine DJ Karriere begonnen und erlebe seitdem permanenten Zulauf. Es sind nicht nur deutsche Clubs in denen ich auflege. Amerikanische, kanadische, australische, italienische…selbst ein japanischer Club war bereits dabei. Da kommen manchmal schon 100 Leute zusammen und lauschen. Ich gründete eine „DJ Sasch Fan Group“, die einen beeindruckenden Zulauf an Mitgliedern hat. Ich moderiere wenn es sein muss zweisprachig und meine Parties sind meist gut besucht.
Besonders interessant ist der Austausch mit anderen DJ’s in SL…so gründete ich eine weitere Gruppe: „DJ WORLD“, darin versammeln sich inzwischen 80 DJ’s aus aller Welt, aus allen Sparten, und wir machen monatlich ein 12-Stunden-Event in einem Club mit 12 verschiedenen DJ’s. Diese „DJ Nights“ sind extrem erfolgreich und ungeheuer interessant. Plötzlich merkt man, dass Techno von einem amerikanischen DJ so ganz anders klingt als von einem deutschen Kollegen. Und wo gibt es das schon in RL, dass auf einer Party 12 verschiedene DJ’s aus aller Welt auflegen? So kann es passieren., dass eine DJ Night von einem deutschen Trance-DJ eröffnet wird, gefolgt von DJ Dio aus Brasillien mit Club- und Dancemusic, anschließend die amerikanische Metal-Queen Natasha, gefolgt von DJ FastForward aus Australien mit Hardcore…
Es ist ein Erlebnis für jeden der Musik mag. Selbst die Musikrichtungen, die einem nicht so liegen hört man sich an, weil der DJ angenehm moderiert, Witze macht und man es nicht alle Tage erlebt einen stöhnenden Italiener ins Mikro hauchend zu hören. Da gibt es DJ Pit aus den USA, der bellt wie ein Hund, oder DJ Dex, der sich die Lunge aus der Kehle schreit, oder der Star-DJ InsyX aus New York, mit einer tiefen Stimme gesegnet, der neueste Scheiben und Mixe auflegt über die man nur staunen kann. Schließlich gibt es da noch DJ Sasch, hochgelobt (ich gebe es ungern zu), der witzig und auch bissig alle Register zieht.
Wann würde ich in RL beispielsweise die Möglichkeit bekommen in einem kanadischen Schwulenclub aufzulegen? Wahrscheinlich nie. Die Beschreibung der Parties dort klingt lustig, schrill, unglaublich…und das ist es auch:
Es ist Montag auf Dienstag Nacht, 1.00 Uhr unserer Zeit. DJ Sasch macht sich bereit für sein Set im „Ironworks“. Der Club ist riesig. Leute treffen bereits zehn Minuten vor Party-Beginn ein. Man hört sie durcheinander reden bis der Anfangsjingle der Party ertönt: „Hot Ride at Ironworks…with DJ Sasch“ und es folgen schräge Beats und BummBumm. Die Leute beginnen zu tanzen…sind gespannt auf den süßen, deutschen Boy…wollen deutsche Techno-Musik hören, flippen aus auf Rammstein, machen sich über den Akzent des DJ’s lustig und versuchen selbst ihre Deutsch-Kenntnisse loszuwerden. Das „Ironworks“ ist kein Club für zarte Seelen. Das Publikum ist schwul, es sind Bären (stämmig und behaart) und oft nackt. Derbe Witze werden gemacht…und der kanadische Clubbesitzer ruft dem DJ zu: „wollen du mir blasen einen?“, ohne zu wissen, was er gerade gesagt hat…denn er kann kein deutsch.
Die Leute sind freundlich, ganz interessiert was der „exotische, deutsche DJ“ wieder für sie spielt. Sie tanzen, rufen laut „Yippie“ oder „HooooHoooooHoooooHoooo“ und haben eine tolle Zeit. Nach drei Stunden ist die Spendenbox des DJ’s voll (es gibt eine virtuelle Geldwährung in SL, einen regelrechten Wirtschaftskreislauf) und die Party geht zu ende. Alle rufen „Thanks, sweet DJ, see you next week, I had a great time, it was an amazing set”, und DJ Sasch packt sein Köfferchen ein, freut sich wieder ein paar Fans mehr in seiner Gruppe zu haben und geht nach Hause.
DJ Sasch legt oft auf, nicht nur im Ironworks, und ist froh ein schönes Hobby zu haben, das ihm viel Aufmerksamkeit, aber vor allem viel Spaß einbringt.
Eine kleine, internationale DJ-Karriere…ein Traum ist wahr geworden.









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Meine Stile sind eigentlich alles was die Elektronische Tanzmusik zu bieten hat jedoch speziel die Technoiden Richtungen.
Meine Fragen wären was ich machen oder mitbringen muss um in deine Gruppe aufgenommen zu werden? Ob Moderation bei dir Pflicht ist? Da ich nicht so der Gesprächige Typ bin sondern lieber die Musik sprechen lasse.
Und wie hoch die Chancen stehe bei einem deiner Events als DJ auch teilhaben zu dürfen würde mich auch interressieren.
Als Bewerbungsset würde ich dir gerne mein aktuelles Abfahrt ins Nirgendwo auf Soundcloud anbieten damit du dir auch ein Bild von meinem Style machen kannst. http://soundcloud.com/sourci/s.....ndwo-12-09
Gruß
Sourci