Kate Bush – eine Märchenstimme wird 50
Von Sasch • 20. Juni 2008 • Kategorie: musikolös
Wer sie einmal gehört hat wird sie nie wieder vergessen. Ihre Stimme nagt sich in die Ohren und lässt einen bleibenden Eindruck zurück. Ein gesangliches Ausnahme-Talent in der internationalen Pop-Musik feiert am 30. Juli 50. Geburtstag.
Bereits mit ihrer ersten Single „Wuthering Hights“ schaffte sie ihren größten Erfolg. In den USA zwar unbeachtet erlangte sie mit dem Debüt dennoch einen Welthit. Der erste Eindruck war: „Warum quietscht die so?“, aber je öfter man den Song hörte umso mehr wusste man ihn zu schätzen. Es war etwas neues. Mehrere Oktaven umfasst ihre Stimme und ihr eindringlicher Sopran trägt ihre Songs mit einer Leichtigkeit, die man Ende der 70er oft vermissen musste. Anspruchsvoll sind ihre Songs und hoben sich deshalb von der üblichen Disco-Szene der 70er und dem poppigen New Wave der 80er ab.
Ihre Texte waren ebenso anspruchsvoll wie die Melodien und die Umsetzung. „Wuthering Hights“ (Sturmhöhe) beispielsweise ist der Titel eines Romans von Emily Bronte. Dieser britische Roman von 1847 inspirierte Kate Bush zu einer musikalischen Liebeserklärung an diese literarisch wertvolle Erzählung.
Zu Beginn der 80er Jahre schaffte Bush mit „Babooshka“ einen ähnlichen Erfolg…doch der bekannteste Titel bleibt wohl „Running Up That Hill“ aus dem Jahre 1985.
Eine überraschend gelungene Leistung ist auch das 1986 veröffentlichte Duett mit Peter Gabriel. „Dont’t Give Up“ erzählt die Geschichte von Arbeitslosigkeit, beschreibt die Verzweiflung und Hoffnung derer, die auf der Suche nach Arbeit sind um ihr Überleben zu sichern. In dem Video-Clip zu dem Song sieht man nur Gabriel und Bush umarmt dastehend, während die Kamera um sie herumfährt. Eine beeindruckende Darstellung des Songs mit einfachsten aber aussagekräftigen Mitteln.
Mein Lieblingstitel von Kate Bush ist jedoch ihre Version von Elton John’s „Rocket Man“, der auf dem John/Taupin Tribute-Album „Two Rooms“ von 1991 zu finden ist. Aus einem dahinplätschernden Liedchen machte Bush eine beeindruckende Hommage an Elton John’s und Bernie Taupin’s Song.
Kate Bush machte bislang nur eine einzige Tournee (1979) und passt auch sonst nicht in das übliche Popstar-Klischee. Vielleicht ist sie deshalb unvergessen, obwohl ihre letzten Alben kaum Beachtung fanden.
In meiner persönlichen DJ-Playlist ist „Running Up That Hill“ einer der Knaller auf meinen 80er-Jahre-Parties.
Bild von Torley von Flickr unter folgender Lizenz
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Don’t Give Up hat für mich sowieso eine besondere Bedeutung, da es eines der ersten Videos ist, an die ich mich erinnern kann.
Gruß, Sasch