Counting Crows – August and Everything After
Von Heuni • 14. Mai 2008 • Kategorie: Reviews
Counting Crows? Wer? Die Counting Crows sind wohl eine der unbekanntesten bekannten Bands. Englisch sprachiger Folk Rock mit absolut tiefgehenden Texten gepaart ergab “eines der besten Rock Alben 1993″.1 Und genau um dieses Album geht es nun.
Das gelbliche Cover, mit dem Text des nur auf der Single des Songs Holiday in Spain veröffentlichten Liedes August and Everything After, enthält eine Platte, die zu dem Besten gehört, was meine Ohren je vernommen haben.
Der grandiosen Opener Round Here, mit mehr Gefühl als Tom Hanks in Schlaflos in Seattle spielt von Adam F. Duritz gesungen, ist ein Song, den man getrost zu jeder Jahreszeit seiner Liebe vorspielen kann, um Extase, Sehnsucht und Romantik vorzurufen. Omaha, liegt übrigens in der Mitte Amerikas, ist ein sehr folkiger Song, unterstützt von einem Akkordeon, und handelt von einem alten Mann auf dem Lande, der durch eine neue Liebe zu einem jungen Mann wird. Kurz angerissen zumindest. Denn die Bedeutungen der Songs der Counting Crows sind meist sehr sehr vielschichtig und auch reich an Interpretationsmöglichkeiten.
Kommen wir wohl zum berühmtesten Liedchen der Crows. Mr. Jones (in Anlehnung an diesen Song ist auch der Name dieses Blogs entstanden). Mr. Jones beschreibt den Wunsch zweier junger Männer, Adam Duritz himself und der Bassist Marty Jones (jap, DER Mr. Jones), die unbedingt berühmt werden wollen. Sehnsucht nach dem großen Erfolg und der wohl unrealistischen Hoffnung, mit dem Erfolg bzw. der Berühmtheit die Einsamkeit zu besiegen. Ein absoluter Klassiker, rockig, mit tollem Text und eigenwilligem Refrain. Durch dieses Lied sind die Crows berühmt geworden. Wie es scheint muss man es also nur besingen.
Perfect Blue Buildings ist eine Ballade mit sehr schönem roten Faden durch den gesamten Song. Das Schlagzeug wird statt mit Sticks mit Besen gespielt, was eine sehr ruhige Atmosphäre hervorruft. Insgesamt ein sehr schöner Song zum Nachdenken, zum Aus-dem-Fenster-Schauen bei schlechtem Wetter oder zum Interpretieren. Wie immer bei den Counting Crows.
Anna Begins. Was soll man zu diesem Song sagen? Dies ist wohl eines der besten Stücke, die je von dieser genialen Band geschrieben wurde. Es handelt von einem Mann, der nicht weiß, ob er für die Beziehung zu Anna bereit ist – sich aber langsam im Song immer und immer mehr in sie verliebt. Das Schniefen beim Schlafen, das Sprechen im Schlaf, die Schlaflosigkeit, wenn sie neben ihm liegt. Er fragt Gott, ob er bereit für diese Sache ist. Ehe er sich versieht verschwindet sie. And Anna Begins to change my mind…
Wuahh, Gänsehaut!
Time and Time again ist einer der wenigen musikalischen Ergüsse der Crows, der mich zwar textlich überzeugt, aber der Refrain geht mir nur auf den Sack. Ich kann nun mal nicht alles mögen – auch nicht von meiner Lieblingsband.
Deswegen komme ich zu den von mir geschätzteren Songs: Rain King. Live übrigens absoluter Oberhammer, vor allem mit dem Mix des Liedes Oh, Susanna. Rain King basiert auf dem Buch Henderson, the Rain King und handelt von einer Person mit “offenen Wunden”. Zurückgezogen lebt ein Mann, ein unglaublich kreativer Mann, der seiner Angebeteten nicht zeigen kann, dass er sie liebt, denn er traut sich nicht aus dem Haus zu gehen. Irgendwann stirbt sie. Irgendwann trinkt er. Und wird zum Regenkönig.
Sullivan Street, Ghost Train und Raining in Baltimore sind sehr sehr nachdenkliche Songs über Sehnsucht, Angst, Liebe und Trauer.
Der letzte Song des Albums schließlich, A Murder of One, beinhaltet einen Abzählreim aus den US of A, der wie folgt lautet:
Well I dreamt I saw you walking up a hillside in the snow
Casting shadows on the winter sky as you stood there, counting crows
One for sorrow, two for joy
Three for girls and four for boys
Five for silver, six for gold
Seven for a secret never to be told
Irgendwas bemerkt? Richtig. Der Name entstand aus diesem Reim, der wohl so etwas wie eine sinnlose Beschäftigung darstellen soll.
Das Lied A Murder of One an sich ist eine recht rockige Nummer, die live in der verlängerten Version absolut reinhaut und zum Springen einlädt.
Die Platte mit elf Nummern und einer Gesamtspielzeit von 51:37 Minuten ist ein Must-Have. Jeder, der die Scheibe oder die Band noch nicht kennt sollte sie sich schnellstmöglich beim Plattendealer des Vertrauens besorgen. Wenn nicht, sollen Euch die Ohren abfallen und die Kekse für ein Jahr entzogen werden.
Soviel dazu.
…and we stare at the beautiful women…
Bild von Robert a.k.a. Bob von Flickr unter folgender Lizenz
- laut dem Rolling Stone Magazin [↩]









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